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Unsere Kühe Klimasünder? Schweizerischer Bauernverband mutiert zum Vegetarismus

Nach den Niederlanden will nun auch Irland den Tierbestand drastisch abbauen. Die Niederlande leisten sich den Abbau um einen Drittel des Bestandes mit einem 25 Mrd. € schweren Ausstiegsprogramm. In Irland kann die Landwirtschaft offensichtlich ihre Klimaziele nicht erreichen und deshalb plant die Regierung in den nächsten drei Jahren ca. 200’000 Kühe zu töten. Jeder Milchbauer soll dabei mit knapp 3’000 Franken pro Tier vergütet werden. Macht diese unsägliche Planung Schule, so werden wir in naher Zukunft eine entsprechende EU-Richtlinie auf dem Tisch haben. Und wir Schweizer Bauern werden dank der dynamischen Rechtsübernahme in die Röhre schauen, vor leeren Ställen stehen und unser Selbstversorgungsgrad wird in den Keller rasseln.

Unsere Kühe werden wohl nicht mehr lange die fittesten und glücklichsten Tiere der Welt sein. Den beiden Kühen Muffin und Lovely von der Milchwerbung wird das Lachen vergehen und wir werden ihnen schweren Herzens nachtrauern. Und was sagt der Schweizerische Bauernverband dazu: er empfiehlt tatsächlich eine Senkung des Konsums von Milch- und Fleischprodukten. Das ist in etwa dasselbe wie der TCS auf unseren Strassen ein allgemeines Fahrverbot verlangen würde.

Unsere Kühe spielen auf den Schweizer Tellern und Feldern eine übergeordnete Rolle. In den letzten Jahren ist unser Nationaltier leider etwas in Verruf geraten. Das liegt hauptsächlich an der Behauptung, dass die Treibhausgase, die in der Rindviehhaltung emittiert werden, überproportional zur Klimaerwärmung beitragen sollen. Schuld daran sei primär der Ausstoss von Methan – ein Treibhausgas, das die Wiederkäuer als Teil ihres Stoffwechsels an die Umwelt und in die Atmosphäre abgeben. Wir machen darauf aufmerksam, dass 80 % aller Schweizer Treibhausgasemissionen CO₂-Emissionen sind und gemäss dem Treibhausgas-Inventar des Bundesamts für Umwelt ging der Ausstoss in der Schweiz in den letzten Jahren leicht zurück. Die Landwirtschaft war 2020 für rund 15 % der schweizweiten Emissionen verantwortlich.

Das Methangas hat mehrere Eigenschaften, die es von anderen Treibhausgasen unterscheidet. Einerseits hat es eine sehr kurze Verweildauer von 12 Jahren und danach reagiert es natürlicherweise mit Sauerstoff in der Luft zu CO₂. Andererseits ist das biogene Methan, also solches aus biologischen Prozessen wie aus der Viehhaltung, in einem ewigen Kreislauf natürlich gebunden. Das zu CO₂ umgewandelte Methan wird nämlich von Gräsern und anderen Pflanzen durch die Fotosynthese aufgenommen und in Biomasse verwandelt. Die Kuh wiederum frisst die Gräser und der Kreis schliesst sich. Das von der Kuh ausgestossene Treibhausgas biogene Methan ist also ein “Flow Gas”, da es permanent in einem natürlichen biologischen Kreislauf rezykliert wird. Hinsichtlich des Klimawandels besteht das Problem also offensichtlich nicht im Methanausstoss unserer Kühe.

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